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Städtetrip nach Prag | #2 Die goldene Stadt

24. Oktober 2016
Aussicht über Prag

Wir nutzen die relative frühe Ankunft am Donnerstag, um einen ersten Eindruck von Prag zu bekommen. Und was für einen! Schon gleich nach den ersten paar Schritten durch die Prager Altstadt kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus und zeigten aufgeregt von einem Haus zum anderen: pastellfarbene, verschnörkelte und hübsch restaurierte Fassaden an jeder Ecke, dazwischen imposante Kirchen und andere prächtige Gebäude – vor allem die Türme der Teynkirche beeindruckten uns sehr, erinnern sie doch irgendwie an die Türme der Harry-Potter-Zauberschule Hogwarts.

Staunend zogen wir weiter, schlenderten von der Altstadt (Staré Město) über die berühmte (und an dem Tag noch verhältnismäßig leere) Karlsbrücke in Richtung der Kleinseite (Malá Strana) und entdeckten dort zufällig die John-Lennon-Mauer.

John Lennon Mauer

Die John Lennon Mauer in Prag

Wir ließen uns weiter entlang der Moldau treiben, bis wir einen kleinen Biergarten direkt am Ufer des Flusses entdeckten und uns im Abendsonnenschein das erste tschechische Bier gönnten. Tschechisches Bier ist – wie überall bekannt – sehr günstig und somit zahlten wir auch in dem von Touristen angesteuerten Biergarten verhältnismäßig wenig für einen Liter bestes Bier.

Top Sehenswürdigkeiten in Prag

Da die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt leicht zu googeln sind und sich Reiseführer in den „Top 10 der Stadt“ nicht großartig unterscheiden, will ich euch nun gar nicht mit der Auflistung einzelner „das-müsst-ihr-unbedingt-gesehen-haben-Punkte“ langweilen. Macht es wie wir, lest vorab ein wenig über die Stadt, macht euch Gedanken, was ihr gerne sehen wollt (oder auch nicht) und lauft dann einfach drauf los und lasst euch treiben. Immer der Gasse nach – alle Wege führen euch früher oder später eh an den „Top 10“ vorbei und die Prager Burg thront so oder so über allem und ist nicht aus dem Auge zu verlieren – „der Weg ist das Ziel“ ist hier tatsächlich einmal wörtlich zu nehmen! Prag beziehungsweise vor allem die Altstadt und die gegenüberliegende Kleinseite samt Prager Burg machten uns vier Tage lang sprachlos, so unfassbar schön fanden wir es in den kleinen Gassen entlang der goldenen Stadt!

Weitere Highlights aus Prag

Aber nun weg von den Sehenswürdigkeiten Prags hin zu kleineren Tipps, die dem ein oder anderen vielleicht nicht sofort ins Auge springen …

Zunächst: unser Prager Frühstück! Wie schon im ersten Artikel unseres Ausflug nach Prag erwähnt, lag auf dem Weg von unserer Unterkunft Richtung Altstadt eine kleine Bäckerei, in der wir uns morgens täglich mit einem großartigen und überaus günstigen Frühstück versorgten:

Chlebíčky

Chlebíčky (sprich: Chlebitschki, ein einzelnes Exemplar heißt „Chlebicek“, sprich Chlebitschek), belegte Baguette- bzw. Weißbrotscheiben, dürfen bei keiner tschechischen Feier fehlen. Sie werden super lecker und vor allem frisch belegt und sind für unter einem Euro pro Stück in vielen Bäckereien erhältlich. So auch in „unserer“ Bäckerei. Nachdem am Freitagmorgen probehalber erst einmal nur drei der feinen Brote auf unserem Frühstücksteller landeten, wurden daraus am nächsten Morgen schnell fünf, denn: die Dinger sind unglaublich lecker!!

Frühstück in Prag

Typische Leckereien aus der Bäckerei zum Frühstück

Das Lokal

Vor Abreise erhielten wir noch einen Tipp von meiner Mitbewohnerin: „Geht unbedingt abends im Lokal essen, da bekommt ihr richtig gutes tschechisches Essen!“. Gesagt, getan! Und da es dort so verdammt lecker war, landeten wir nicht nur einmal an einem der gemütlichen Holztische, um uns den Bauch vollzuschlagen. Wer deftiges tschechisches Essen mag oder gerne einmal probieren möchte, dazu günstiges (jaaa jaaa, gibt es an jeder Ecke in Prag – wir fanden dieses hier trotzdem am besten) und noch dazu selbstgebrautes Bier trinken möchte und das alles in einem urigen Ambiente – der sollte sich dieses Restaurant für seinen Trip vormerken!

Treetboot fahren auf der Moldau

Ein weiteres (dieses Mal nicht kulinarisches) Highlight unseres Trips war eine gemütliche Tretboot-Tour auf der Moldau. Da wir durch ausgiebiges Schlendern innerhalb der ersten beiden Tage schon viele Eindrücke gewinnen konnten, unsere Füße langsam platt wurden und wir zwei Tage lang dauernd neidisch auf diejenigen schielten, die Prag vom Boot aus genossen, reihten auch wir uns Samstag in die Reihe der Tretboot-Fans ein. Was soll ich sagen, außer: das knapp einstündige Warten auf ein freies Boot hat sich sowas von gelohnt! Wir hatten Glück und erhielten eines der anvisierten Tretboote (es gab verschiedene Modelle und diese wurden nach Zufall zugeteilt, je nachdem, welches Boot gerade frei wurde): Die Sitze bestanden aus festmontierten Liegestühlen – man lag also quasi im Stuhl und dümpelte gemütlich über die Moldau, indem man ab und an mal eine Runde in die Pedale trat. Dazu ein Pilsner Urquell in der Hand, Sonnenschein und die Karlsbrücke im Blick: Was will man mehr!?

Pulverturm oder Altstädter Brückenturm: Blick über die Stadt

Innerhalb dieser kurzen vier Tage in Prag jagte ein Highlight das nächste! Nachdem meine Freundin den Aufstieg des Pulverturms aufgrund von Platzangst abbrechen musste (sehr enger, Schneckenhaus-ähnlicher, schmaler Treppenaufgang ohne Fenster bis in die Spitze des Turmes), starteten wir direkt an der Karlsbrücke einen nächsten Versuch: Die Brücke wird an den beiden Enden von jeweils einem Brückenturm begrenzt. Verlässt man die Altstadt in Richtung Karlsbrücke, so muss man durch das Eingangstor der Altstädter Brückenturm hindurchgehen, um auf die Brücke zu gelangen.

Ein Großteil der Touristenmassen tat genau das: Schnell durch den Turm hindurch und ab auf die Brücke und das nächste Selfie schießen! In der Eile übersahen viele womöglich den winzigen und somit unscheinbaren Eingang, der den Aufgang ins Innere des Brückenturmes markierte. Das nutzten wir aus und wagten einen weiteren Aufstieg (gegen ein kleines Eintrittsgeld) – dieses Mal mit einer breiteren Treppe und Fenstern ausgestattet, führte uns der Turm bis an seine Spitze und offenbarte dort einen unvergesslichen Ausblick auf die Altstadt auf der einen und die Kleinseite inklusive der Prager Burg auf der anderen Seite!

Eisenbahn-Lokal

Für das Kind im Manne kann ich darüber hinaus auch noch das Eisenbahn-Lokal empfehlen, dass uns eher zufällig empfohlen wurde. In der Bar können neben den üblichen Getränken auch Kleinigkeiten zum Essen bestellt werden. Der Clou an der Geschichte ist, dass die Getränke über ein großes Eisenbahn-Schienen-Netz an den Platz des Gasts geliefert werden. Sehr witzig!

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